Reisebericht: Mit dem Wohnmobil durch Skandinavien

Angefangen hat es als kleines Hirngespinst, irgendwann gepaart mit „Warum nicht?“ und schwupps standen mein Freund und ich eines Morgens auf dem Hof und haben unser Wohnmobil für die große Fahrt gepackt.

Mit meinem Reisebericht möchte ich euch einen kleinen Einblick in unsere Tour geben, euch mit Bildern beglücken und den einen oder anderen mit Inspirationen versorgen. Aber Vorsicht: Es folgt ein scheinbar unendlicher Post. Macht es euch gemütlich und haltet die Teetasse bereit!

Vorweg sei gesagt, dass sich dieser Urlaub sehr von unseren anderen Ferien unterschieden hat. Normalerweise planen wir einiges im Voraus, besuchen vor Ort viele Museen und Ausstellungen und haben für die Zeit des Urlaubs schon einen mehr oder weniger straffen Zeitplan.

Dieses Mal war es anders: Da wir beide berufstätig sind, wurde mit unserem Urlaubsantrag natürlich ein gewisser Zeitrahmen vorgegeben, aber der Rest war völlig spontan. Ein paar Städte, die wir unbedingt sehen wollten, haben wir markiert, die Fahrten dorthin, die Aufenthaltsdauer, die Wahl der Übernachtungen usw. war völlig frei und losgelöst. Wir haben zwischendurch die Wochentage völlig vergessen, sind an einem Ort so lange geblieben, wie wir wollten und haben uns jeden Tag neu überlegt, was denn heute unser Ziel sein könnte. Wir haben die Leute beobachtet, sind ohne Plan durch die Städte und Landschaften gezogen, haben überall Halt gemacht, wo es gerade schön war und waren nur draußen unterwegs.

1. Halt: Dänemark
Da wir im Norden Deutschlands wohnen, war der Weg nach Dänemark nicht so weit und so erreichten wir schnell das 1. Land auf unserer Route. Das Wetter meinte es auf der Öresundbrücke wirklich gut mit uns: Wir hatten einen fantastischen Blick und mit dem Überqueren der Brücke setzte auch sofort das richtige Urlaubsfeeling ein, auch wenn die Überfahrt sehr kostspielig ist. Die ersten Nächte verbrachten wir in Odense und feierten dort auch in meinen Geburtstag herein.

Weiter ging es nach Kopenhagen. Der Campingplatz lag nur wenige Stationen vom Zentrum entfernt und die Stadt hatte dann ein besonders schönes Geschenk für mich parat: strahlenden Sonnenschein! Wir liefen am Tivoli vorbei, hielten am Rathausplatz, dem Schloss Christiansborg und stöberten durch die große Innenstadt. Wir entschieden uns außerdem für eine touristische Bustour und erreichten somit alle klassischen Ausflugsziele. Einen Abstecher nach Christiana, dem autonomen Viertel in Kopenhagen, haben wir ebenfalls unternommen: Davon gibt es natürlich keine Fotos 😉

Mit Klick auf ein Bild könnt ihr euch alles in einer Galerie inkl. Beschreibung anschauen.

Über Göteborg nach Oslo
In Göteborg hat uns zuerst schlechtes Wetter begrüßt, aber zum Glück gibt es dort ein riiiesiges Einkaufszentrum (Nordstan). Nach dem Mittag war der Regen vergessen und wir konnten uns in Ruhe diese schöne Stadt anschauen. Göteborg hat mich sehr an Kopenhagen erinnert: Die Stadt ist recht alt, kompakt, nicht wahnsinnig weitläufig. Man fühlt sich dort sehr wohl und willkommen. Besonders schön war der Tierpark am Stadtrand, der uns den ersten Blick auf Elche verschafft hat!

„Und wenn man schon mal in Göteborg ist, dann ist es nach Norwegen nicht mehr weit.“ – haben wir uns gedacht und das dritte Land auf unserer Route angesteuert. Der Weg dorthin war traumhaft, die Landschaften, die wir unterwegs gesehen haben, waren atemberaubend. Oslo selber ist eine hochmoderne Stadt, was mir gut gefallen hat, aber ohne das Drumherum gesehen zu haben, wäre der Eindruck von Norwegen nicht komplett.

„Ein Student aus Uppsala-la-la-la la-la-la-la-la la-la-la-la-la“
Nach Oslo steuerten wir wieder Schweden an und hielten zuerst in Karlstad – einem niedlich kleinen Örtchen mit traumhaften Blick vom Wohnmobil aus.

Danach fuhren wir in die Studentenstadt mit dem eingängigen Ohrwurm und es war einfach traumhaft: Kleine Brücken führten uns zu Fuß vom Campingplatz aus in die Innenstadt, die sehr lebendig und modern ist. Der Dom zu Uppsala ist wirklich beeindruckend und die Parkanlage am Wasser einfach wunderschön angelegt.

Ein Besuch in der Hauptstadt
Für mich die schönste Stadt auf unserer Reise gewesen: Der Spagat zwischen der Moderne und der beeindruckenden Altstadt (Gamla stan) ist hier einfach perfekt. Stockholm hat so viel zu bieten, dass einem fast schwindelig wird. Da läuft man eine Gasse entlang, entdeckt ein hübsches Gebäude, dreht sich einmal um, sieht einen noch schöneren Brunnen, schaut die Straße entlang und findet sich inmitten prunkvoller Kirchen wieder und dann erst dieser Hafen! In Stockholm lohnt es sich fast gar nicht die Kamera aus dem Gesicht zu nehmen, denn alles dort ist ein Motiv wert.

Unsere letzte Nacht in Schweden haben wir in Malmö verbracht und genau von unserem Wohnmobilstellplatz aus hatten wir eine wundervolle Sicht auf die Öresundbrücke bei Nacht – ein Traum und ein schöner Abschied unserer kleinen Rundreise.

Ein paar Fakten über Skandinavien

  • Das Umrechnen der Währung ist in Schweden relativ einfach (1SEK ist ungefähr 0,10€); in den anderen Ländern lohnt sich eine Umrechungs-App.
  • Fast Food hat in Skandinavien keine Kalorien. Anders kann es gar nicht sein, denn die Läden dort sind voll mit Menschen und 99% davon sind gertenschlank.
  • Und wo wir gerade beim Thema sind: Max ist der beste Fast Food Laden!
  • Ich hatte Menschenmassen an wahnsinnig schönen Schweden erwartet. Die blieben allerdings (enttäuschenderweise) aus. Fazit: Die Schweden müssen sehr schüchtern sein und sich überwiegend zu Hause aufhalten.
  • In Skandinavien gibt es kaum Drogerien, wie wir sie hier von Rossmann, dm und Co kennen. Kosmetik wird dort in wirklich hübschen Apotheken, eigenen Parfümerien oder direkt bei H&M an der Kasse kauft (Complete the Look ist dort ein weitverbreitetes Konzept).
  • Die Knäckebrotauswahl in den Supermärkten ist riiiiiesen groß. Klischee erfüllt!
  • Es gibt wirklich fast an jeder Ecke einen IKEA. Noch ein Klischee erfüllt.
  • Skandinavien ist so unglaublich weitläufig: Zwischen den größeren Städten gibt es deshalb entlang der Autobahnen alle paar Kilometer „Einkaufsparks“, in denen man auf einem Fleck Klamotten shoppen, Lebensmittel kaufen und mal eben tanken kann.
  • Alkohol darf nur bis 3,5% im Supermarkt verkauft werden. Alles darüber findet man in eigenen Shops, die ausschließlich Bier, Wein und Schnaps verkaufen. Die Preise sind natürlich höher als in Deutschland.
  • Ohne Kreditkarte ist man in Skandinavien aufgeschmissen: Tanken, Bahntickets ziehen … alles passiert fast ausschließlich bargeldlos.
  • Apropos tanken: Der Automat wird vorher mit der Kreditkarte gefüttert, erst danach ist das Tanken möglich. Nach 400SEK ist in Schweden meist Schluss und der Vorgang wird abgeschlossen oder nochmals wiederholt.
  • Die Landschaften sind geprägt von roten Holzhäusern, wo wir wieder beim Thema Klischees wären. Aber ehrlich: Es sieht auch einfach zauberhaft aus.
  • Egal, wie gut du englisch sprichst: Die Schweden können es besser!

Für mich war dies – auch aufgrund der entspannten Reise – einer der schönsten Urlaube. Außerdem war es wirklich die beste Entscheidung, sich einfach durch die Orte treiben zu lassen, ohne Zeitplan, ohne starre Vorgaben. Die Landschaften, die man vom Auto aus fast unmöglich festhalten kann, sind so atemberaubend schön, das muss man gesehen haben. Aus diesem Grund würde ich persönlich auch kein reines Städte-Hopping in Skandinavien empfehlen, sondern mir auch immer die Zeit nehmen, mit einem Auto etwas raus zu fahren, um die Natur zu bestaunen.

Falls ihr übrigens ebenfalls einen Campingurlaub dort plant: der ADAC hält tolle Infos für Übernachtungsplätze bereit. Schlechte Erfahrungen mit Campingplätzen haben wir während der ganzen Reise nicht gemacht: Die Sanitäreinrichtungen waren meist vom gehobenen Standard, die Preise angemessen (je nach Lage zwischen 20 – 40€ pro Tag für unser Wohnmobil) und die Lage recht zentral.

Dies ist natürlich nur ein kleiner Einblick in eine Rundreise durch Dänemark, Norwegen und Schweden. Wenn ihr Fragen zu einem Urlaub in einer der schönen Länder habt, könnt ihr mir gerne Bescheid geben.

0 Kommentare

  1. Die Tour kenne ich auch. Die ist wunderschön! Ich kann euch nur empfehlen von Stockholm aus einmal mit der Fähre nach Turku zu übersetzen, die Fahrt mit dem riesigen Schiff durch die Schären ist traumhaft! LG

  2. Wow ist das schön!!!
    Ich finde es total klasse und auch mutig sich einfach ins Wohnmobil zu setzen und drauf los zu fahren. Ich glaube so entstehen auf zufällige Weise die schönsten Erinnerungen. Es gibt doch nichts über spontane Erlebnisse.
    In Dänemark war ich auch schon und ich würde jederzeit wieder hinfahren. Schön nochmal ein paar Impressionen zu sehen. Auch die anderen Orte sind einfach toll!
    Glückwunsch, dass du offensichtlich einen Freund hast, der diese Leidenschaft teilt 😉
    Liebe Grüße

    • Ja, da bin ich auch sehr froh drüber. Ich mag zum Beispiel keine Hitze, keinen Strand und gehe nie baden. Das wäre problematisch, wenn mein Freund genau das lieben würde. Das passt wirklich ganz gut. So mutig kamen wir uns gar nicht vor, aber so war es wirklich ein perfekter entspannter Urlaub 🙂

  3. Scheint als hättest du einen wundervollen Urlaub gehabt – ich war bei den Insta Bildern schon immer ein bisschen neidisch. 😉
    Nein, schön, dass euer Urlaub so ein Erfolg war! Und alles Gute nachträglich 🙂

  4. Das ist so genial – fast genauso sind wir auch gefahren 🙂 Tolle Bilder und ein offenbar fantastischer Urlaub.

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