Basische Ernährung – Tag 6 & 7 und das große Fazit

Es ist geschafft! Noch vor Weihnachten habe ich mir selber die Challenge auferlegt, mich sieben Tage lang basisch zu ernähren. Die ersten fünf Tage habe ich erfolgreich gemeistert und auch Tag 6 und 7 liegen nun hinter mir.

Wie es mir im Endspurt ergangen ist und was es gebracht hat?

Die beiden Wochenendtage waren gefühlt die schwierigsten von der Ernährung her. Normalerweise gehört ein langes Frühstück mit Brötchen, gekochten Eiern und leckerem Chai-Tee bei meinem Freund und mir einfach dazu. Am Nachmittag trinke ich gerne einen Tee und abends mixen wir uns auch mal einen Drink oder gehen aus. Das musste ich mir nun alles verkneifen. Allerdings ist es natürlich zu verkraften, wenn man weiß, dass diese Ernährung nur auf Zeit ist.

Nach den sieben Tagen möchte ich gerne ein kleines Fazit für mich ziehen und dem einen oder anderen Interessierten einen Einblick in diese Ernährungsweise geben.

Was bedeutet eigentlich „basische Ernährung“?
Bei der basischen Ernährung geht es um ein gesundes Gleichgewicht für den Säure-Basen-Haushalt. Die Faustregel besagt, optimal ist eine Ernährung von 80% basischen Lebensmitteln und 20% guten Säurebildnern. So wird eine Übersäuerung des Körpers verhindert – die gesundheitliche Risiken mit sich bringen kann. Die Folgen können Übergewicht, eine enorme Belastung der Organe und Mineralstoffmangel sein, der unter anderem Haarausfall, Osteoporose und Probleme mit der Bandscheibe mit sich bringen kann.

Was sind basische Lebensmittel?
Basische Lebensmittel sind zum Beispiel: Gemüse, Obst, Kräuter, Salate und Sprossen.

Was sind gute Säurebildner?
Zu den guten Säurebildnern gehören Nüsse, Hülsenfrüchte, Bio-Getreide (z.B. Dinkel), Bio-Eier, Süßwasserfische usw.

Und welche Lebensmittel muss man komplett meiden?
Die sogenannten schlechten Säurebildner sind Fleisch, sämtliche Milchprodukte, Weizen, Zucker und zuckerhaltige Produkte, Fertigprodukte, Softdrinks, kohlensäurehaltiges Mineralwasser, Kaffee, Tee (außer Kräutertee), Sauerkonserven, Senf, Ketchup, Alkohol …

Hungert man während dieser 7 Tage oder belastet man den Körper dadurch?
Ich habe nicht gehungert, ich habe genug und häufig gegessen und hatte nie das Gefühl, jetzt mit Magenknurren einschlafen zu müssen. Der Fokus in der Woche lag auch nicht auf einer Diät oder der zwingenden Gewichtsabnahme. Tag 2 und 3 werden im Internet als die schwierigsten Tage bezeichnet und dem kann ich zustimmen. Besonders an Tag 2 hat mein Körper scheinbar einen regelrechten Entzug von Zucker und sämtlichen anderen Zusatzstoffen durchgemacht und ich fühlte mich den ganzen Tag schlapp und hatte mit Kopfschmerzen zu kämpfen. Das war aber auch schnell wieder vorbei und generell auszuhalten. Ansonsten habe ich keine negativen Auswirkungen festgestellt.

Welche positiven Veränderungen sind nach 7 Tagen zu bemerken?
Ich habe in den sieben Tagen genau 1kg abgenommen, obwohl ich es nicht darauf angelegt habe und zum Beispiel sehr viel Obst als Zwischenmahlzeit gegessen habe. Das ist natürlich ein sehr positiver Effekt. Auch habe ich mich nach dem Essen zwar satt, aber nicht vollgefressen oder müde gefühlt. Ansonsten ist mir keine Veränderung aufgefallen. Ich war weder fitter als sonst, noch konzentrierter und auch auf meine Haut hatte die Ernährungsweise keine Auswirkung – was ich als Aknepatientin aber auch nur schwer beurteilen kann.

Was hat mir am meisten Probleme bereitet?
Auf Milchprodukte zu verzichten! Ich liebe Käse, Joghurt und Milch und das hat mir wirklich sehr gefehlt. Auf Fleisch konnte ich gut verzichten in der Zeit und auch die Weizenprodukte konnten durch Dinkel und Vollkorn zeitweise gut ersetzt werden, aber wenn mein Freund sich am Abendbrottisch ein Stück Maasdamer auf sein Brot legte, dann hätte ich es ihm am liebsten weggenommen. Auch die einseitige Getränkeauswahl fand ich anstrengend. Ich trinke normalerweise viele Fruchtschorlen (nicht aus Direktsäften), schwarzen Tee, Chai Tee, Cola Light und am Wochenende oder zum Essen im Restaurant auch gerne ein Glas Wein. Ständig nur am stillen Wasser zu nuckeln ist nicht wirklich befriedigend.
Unabhängig von den Lebensmitteln fand ich es wirklich anstrengend, sich ständig Gedanken ums Essen zu machen. Mein Grundstock zu Hause beinhaltet viele Weizenprodukte und auch die fertigen Pesto-Gläser oder das Tiefkühl-Gemüse mit Zusätzen waren in der Zeit natürlich Tabu. Eine große Herausforderung für mich. Ich war auch gefühlt ständig einkaufen und irgendwann davon genervt, immer die Inhaltsstoffe haargenau auf jeden Funken Zucker oder sonstigen Gemischen hin zu kontrollieren. Nicht falsch verstehen, ich finde es gut, sich mit den Lebensmitteln genau zu beschäftigen, aber wenn man mal unter Zeitdruck ist, fällt einem das nicht wirklich leicht.
Die Spontanität, mich zum Beispiel während eines Vormittags für ein anderes Mittagessen zu entscheiden oder ohne einen vorherigen Blick auf die Karte essen zu gehen, hat mir auch gefehlt. Ganz zu schweigen von der Möglichkeit, sich mal schnell etwas zu essen zu kaufen …

Werde ich in Zukunft etwas an meiner Ernährung ändern?
Ja! Die basische Ernährung ist für mich nichts, was ich streng und auf lange Sicht durchziehen möchte. Aber sie hat natürlich gute Ansätze. Ich werde in Zukunft fast ausschließlich auf Dinkel- und Vollkornprodukte zurückgreifen, mehr stilles Wasser zu Hause trinken (trinke ich normalerweise nur auf der Arbeit), meinen Cola Light Konsum etwas einschränken, Direktsäfte kaufen und weiterhin neues ausprobieren. Auch wenn mein Hirse-Experiment daneben ging, möchte ich Couscous und Polenta wieder mehr in meinem Kochplan integrieren und auch weiterhin neue Gemüse- und Obstsorten testen.

Mein persönliches Fazit
Ich bin stolz auf mich, dass ich es geschafft habe, mich eine Woche lang basisch zu ernähren. Um eine Freundin zu zitieren: „Das ist ja so ähnlich wie vegan. Nur schlimmer.“ Die Aussage ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu betrachten, trotzdem war es meine kleine persönliche Challenge und ich habe sie erfolgreich abgeschlossen! Für mich war es jetzt zum Jahresanfang auch der richtige Anschub, um mich nach der Völlerei über die Feiertage wieder der gesunden Ernährung zu widmen und weiter an meinem Abnehmziel zu arbeiten. Ich kann so eine Woche jedem empfehlen – wenn man sich erst einmal in die Lebensmittellisten eingelesen hat, kommt es einem auch nur noch halb so schlimm vor. Und wie gesagt: Ich habe an keinem Tag gehungert.

Ein paar Links zur Inspiration
Welche Seiten ich besonders gut und übersichtlich fand:
Zentrum der Gesundheit – allgemeine Infos
Zentrum der Gesundheit – Lebensmittelliste
pH Balance – Infos
pH Balance – Lebensmittelliste
pH Balance – Rezepte
Brigitte – Rezepte
Basisch kochen – Rezepte

Ich hoffe, mein Fazit hat euch einen kleinen Einblick in die Thematik gegeben.

Habt ihr euch schon mal eine gewisse Zeit lang nach der basischen oder einer anderen Methode ernährt, um euren Körper wieder etwas ins Gleichgewicht zu bringen? Wie ist es euch damit ergangen?

0 Kommentare

  1. Yay! Glückwunsch zum Durchhalten! Klingt alles sehr interessant und logisch, wie so viele Ernährungsansätze. Deine Konsequenzen daraus find ich super! Ich hab jahrelang nach Plan gegessen, was für mich irgendwann nur noch Stress war. Inzwischen esse ich quasi nach Lust und Laune, dabei aber erstaunlicherweise gesünder als früher, wiege weder mehr noch weniger (glaube ich, ich wieg mich nie, aber so vom Aussehen und Gefühl her…) und fühl mich viel wohler! Ein Konzept zu haben und Ernährung umstellen finde ich gar nicht schlecht, v.a. bewusst zu essen. Aber wenn das ganze nicht natürlich, unter Druck, unentspannt ist, hat es keinen wirklichen Sinn. Deswegen find ich dein Experiment und was du daraus ziehst absolut super! Ich selbst hab da keine Lust drauf. 😀 Liebe Grüße 🙂

    • Auch dir vielen Dank 🙂 Ich kann mir gut vorstellen, dass man darauf keine Lust hat. Die Reaktion in meinem Umfeld (außer von Veganern – für die wäre das ja keine große Umstellung) war ähnlich. Für mich wäre es auf Dauer auch nichts, mich beim Essen so einzuschränken. Deswegen ist es mir beim Abnehmen gerade generell wichtig, meine Ernährung an sich umzustellen und nicht für eine Zeit lang radikal Diät zu halten. Essen nach Plan ist echt nicht so mein Ding …

  2. 🙂 Herzlichen Glückwunsch! Da hast Du echt ‚was auf Dich genommen. Toll, dass Du es geschafft hast und auch den Erfolg spürst – 1kg in einer Woche ist ja auch eine gute Leistung.
    Liebe Grüße und schönen Abend! 🙂

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